Wann? 03.12.2025, 18 Uhr
Wo? Piatta Forma (Festung Dresden), Eingang gegenüber dem Servicecenter der Sächsischen Dampfschifffahrt.
Freier Eintritt.
Jede Anknüpfung an historische Formen im Bauen, vom Zitat bis zur detailgetreuen Rekonstruktion, beruht nicht bloß auf abstrakter Schönheit, sondern auch auf Geschichte. Wir erkennen historische Denk- und Lebensweisen als relevant, identitätsstiftend, stadtbildprägend oder erinnerungswürdig an, indem wir uns für ihre Formensprachen entscheiden. In einem gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs, welcher die Bedingungen und die Bedeutung einer solchen Sichtbarmachung der Vergangenheit im Stadtbild berührt und sich bis zu den Arten, Formen und Medien der kollektiven Erinnerung erstreckt, sieht auch die Initiative Carolabrücke eine ihre wichtigsten Aufgaben darin, „ihr“ Bauwerk in seiner kulturhistorischen Dimension, in seinen Beziehungen zu vergangenen Dresdner Lebenswelten aller Art zu verstehen, zu erforschen und ins Bewusstsein der Dresdnerinnen und Dresdner zu bringen, um das allgemeine Verständnis der Stadt, ihrer historisch gewachsenen Strukturen, Formen und Ästhetiken, zu vertiefen und zu erweitern: Welche künstlerischen Interpretationen machte die Königin-Carola-Brücke möglich? Welche politische Bedeutung gewann sie dank ihrer prominenten Lage im Stadtbild? Welche Rolle spielte das Bauwerk im städtischen Leben, sei es als Ort politischer Inszenierung, als Aussichtspunkt, Postkartenmotiv oder eine Kulisse der Spaziergänge über die vereiste Elbe in den 1920er Jahren? All das gehört für uns zum umfassenden Verständnis eines Bauwerks, das die reine Bau- und Kunstgeschichte ergänzt und uns die Vergangenheit bewusst macht, an die unsere Forderung des Wiederaufbaus nach historischem Vorbild anknüpft.
Nun sind diese Fragen nicht schnell zu beantworten. Wir stehen lediglich am Anfang langwieriger Nachforschungen – und doch haben wir bereits Leitfragen und Ansatzpunkte formuliert, uns verschiedene, teilweise recht ungewöhnliche Quellengattungen vor Augen geführt, nach Forschungsfeldern und Methoden gefragt, die eine Herangehensweise an unseren Gegenstand und seine Geschichte ermöglichen. Wir wollen die Dresdner Bevölkerung – auch im Sinne unseres demokratischen Selbstverständnisses – nicht nur am Ergebnis, sondern auch am Prozess der Suche, des Forschens, des Nachfragens, der Auseinandersetzung mit schriftlichen, bildlichen und materiellen Überresten der Vergangenheit teilhaben lassen und setzen mit unserem Vortrag ganz am Anfang des Forschungsprozesses an: Unsere Vorsitzende berichtet, auf welche Art und Weise die Initiative die historische Carolabrücke besser verstehen möchte, welche Fragen uns besonders interessieren und zeigt die spannenden Quellen, die uns dabei helfen werden, unser Wissen zu vertiefen.
Unsere Präsentation findet im Rahmen einer Vortragsreihe statt, die vom Dresdner Verein Brühlsche Terrasse e.V. in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V., dem Forum für Baukultur e.V. und dem Gottfried-Semper-Club-Dresden e.V. betreut wird. Die Referenten und Vereine, die sich mit der Erforschung und Vermittlung der Dresdner Geschichte beschäftigen, stellen in Vorträgen am ersten Mittwoch eines jeden Monats um 18:00 die Ergebnisse ihrer Tätigkeit vor und fördern so den Austausch über die vielfältige Vergangenheit unserer Stadt. Wir freuen uns, Teil der Vortragsreihe zu sein und danken den Veranstaltern für die Einladung. Schauen auch Sie gern vorbei und kommen Sie mit uns ins Gespräch.
Bildnachweis: Deutsche Fotothek / Brück und Sohn
