Dresden, 05.12.2025
Die Initiative Carolabrücke begrüßt, dass mit dem Entwurf der neuen Brücke mehrere Teams beauftragt wurden, die Erfahrung mit Rekonstruktion und dem Entwerfen historisch orientierter Architektur haben. Das zeigt, dass die zehntausendfach gezeichneten Petitionen, Umfrageergebnisse und die Arbeit der Initiative ernst genommen werden.
Die neue Carolabrücke wird nur Akzeptanz finden, wenn sie den sehr hohen Erwartungen gerecht werden kann. Dass an diesem Ort eine Bogenbrücke die meiste Zustimmung erhält, hat zuletzt auch ein Wettbewerb der Stadt Dresden und der Technischen Universität bestätigt. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete studentische Entwurf füge sich dank des Bogentragwerks „harmonisch in die Stadtsilhouette und das bestehende Bild der Elbbrücken ein“, heißt es in der Begründung der Fachjury.
Ob eine breitere Brücke Mehrkosten verursacht, wurde viel diskutiert. Wer sinnlose Kosten vermeiden will, sollte aber vor allem auf die Spannweiten schauen. Deshalb haben auch die Sieger des studentischen Wettbewerbs die Spannweiten gegenüber der eingestürzten Carolabrücke reduziert. Statt 120 Metern ist bei ihnen der Bogen über dem Fahrwasser 103 Meter breit. Das „reduziert die Baukosten durch geringere Spannweiten erheblich und hält trotzdem das Schifffahrtsprofil ein“, so die Studenten. Zudem beschleunige es Bauzeit und -sicherheit, neben den alten Pfeilergründungen zu bauen.
Eine Verschiebung von Pfeilerstandorten ist laut dem von der Stadt beauftragten Rechtsgutachten möglich, wenn diese als „konstruktive Anpassung bzw. Verbesserung des Brückenbauwerks zu bewerten seien“. Der Flusspfeiler wird im Siegerentwurf lediglich um 4,5 Meter verschoben, der Pfeiler am Terrassenufer um 12 Meter. Damit gehen keinerlei verkehrliche Einschränkungen einher.
Mit einem geringeren Pfeilerabstand ist Kraft der Physik eine konstruktive Verbesserung der Brücke möglich. Die Initiative Carolabrücke fordert einen Entwurf mit den statischen Vorteilen, die nur eine echte Bogenbrücke hat: Belastbarkeit, Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit. Von der lebensgefährlich eingestürzten Carolabrücke muss endgültig Abschied genommen werden.
Die dritte Carolabrücke sollte sich nicht nur konstruktiv an den bewährten Nachbarbrücken orientieren, welche zuverlässig ihren Dienst tun. Die Bogenbrücken bereichern auch das historische Stadtbild, das für Wirtschaftskraft und Kultur Dresdens essenziell ist. Deshalb fordert die Initiative Carolabrücke die Integration von Gestaltungen der ersten Carolabrücke, die im Gegensatz zur zweiten Brücke als Sehenswürdigkeit galt. Der gemeinnützige Verein bietet an, historische Gestaltungselemente spendenfinanziert und in Etappen zu ergänzen. Die Entwürfe sollten solche Ergänzungen ermöglichen und damit bürgerschaftlichem Engagement und dem Wunsch vieler Dresdner/innen entgegenkommen.
Visualisierung: Initiative Carolabrücke mit Genehmigung des Entwurfsteams von „Plan C“, Hans Bolz, Marc Lilienthal, Ferdinand Schulte zu Sodingen, Linus Witzel
Die Visualisierung zeigt die Siegerbrücke des studentischen Wettbewerbes von TU Dresden und Stadt Dresden. Grundlage war ein aktuelles Foto, auf dem das Fahrwasser durch Bojen gut zu erkennen ist. Auch der Standort des alten Pfeilers und die kleine Verschiebung ist zu sehen. Der neue Pfeiler am Terrassenufer ist an die Uferkante herangerückt. Die verringerte Spannweite reduziert Materialeinsatz, Baurisiken und Verschleiß.
Fotos: Initiative Carolabrücke. Die Fotos zeigen die Friedrichs- und Monbijoubrücke im Berliner Zentrum. Beide wurden vom Ingenieurbüro Grassl realisiert, das einen der vier Entwürfe für die Dresdner Carolabrücke in den Wettbewerb schicken wird. Die Berliner Brücken sollten der Dresdner Carolabrücke als Vorbild dienen. Wie auch die Carolabrücke wurden beide Berliner Brücken vor Kriegsende von der Wehrmacht gesprengt. Beim Neubau wurden die historische Ästhetik zitiert und historische Schmuckelemente aus Sandstein integriert. Die neuen Brücken haben breitere Durchfahrten als ihre Vorgänger.



