Pressemitteilung: Initiative benennt klare Kriterien für die neue Carolabrücke

Dresden, 18.05.2026

Wenn am 26. Mai die Entwürfe der neuen Carolabrücke vorliegen, wird die Initiative Carolabrücke e. V. diese nach klaren Kriterien bewerten. Maßstab sind typische Merkmale, die der historischen Dresdner Brückenfamilie ihren Charakter und ihre Qualität verleihen. Zwischen Marien-, Augustus- und Albertbrücke fügt sich die Carolabrücke ein, wenn sie den Stil der Altstadt fortschreibt.

Essenziell ist eine Konstruktion als Bogenbrücke. Nachdem mehrere Teilnehmer des Wettbewerbs öffentlich erklärt hatten, Bogenbrücken entwerfen zu wollen, hat die Stadt dies in Abstimmung mit dem Wasserstraßenamt schnell ermöglichen können. Initiative Carolabrücke und drei große Petitionen hatten schon seit Anfang 2025 eine Bogenbrücke angemahnt.

Wie es schon bei der ersten Carolabrücke gelang, können große Bögen über dem Fluss und kleinere Bögen in den Uferbereichen einem harmonischen Rhythmus folgen. Das Material Sandstein, das die repräsentativen Bauten beiderseits der Elbe ebenso wie die Nachbarbrücken dominiert, soll auch die Carolabrücke prägen. Wichtig ist, dass die steinverkleideten Pfeiler mit begehbaren Kanzeln abschließen. Solche Kanzeln ermöglichen es, die fantastischen Ausblicke zu genießen, ohne den Verkehr zu stören. Auch die Untersicht auf die Brücke ist wichtig. Die großen Bögen über die Elbe können, ebenso wie bei der ersten Brücke von 1895, ein kleinteiliges Stahlfachwerk zeigen.

Nach dem Brückeneinsturz müssen Lehren für die Konstruktion gezogen werden. Die Initiative Carolabrücke fordert Entwürfe, die Prüfung, Reparatur und Langlebigkeit aller Bauteile ermöglichen.

Die neue Brücke bietet zudem die Möglichkeit, den bisher stiefmütterlich behandelten östlichen Teil der Innenstadt aufzuwerten. Die Initiative Carolabrücke e. V. wird die Entwürfe auch danach bewerten, wie viel Potenzial für die Ergänzung von Schmuckelementen sie bieten. Der Verein steht bereit, Spenden einzuwerben und regionale Kunsthandwerker zu beauftragen. Durch Archivarbeit konnte die Initiative bestätigen, dass neben Hermann Klette auch der später berühmt gewordene Architekt Adalbert Pasdirek-Coreno durch die künstlerische Gestaltung der Königin-Carola-Brücke seine ersten Erfolge verzeichnen konnte. Viele der historischen Gestaltungselemente überzeugen noch heute durch die Verbindung von Funktionalität und Ästhetik.

Für Fuß- und Radverbindungen darf die Brücke keine solche Barriere mehr sein wie bisher. Der Neubau der Brücke soll ein Impuls für Pirnaische Vorstadt und Carolaplatz sein. Entsprechend müssen Zukunftsprojekte wie das Venezianische Quartier bei den Entwürfen mitgedacht werden.

Die Initiative Carolabrücke e. V. wird die anstehende Bürgerbeteiligung unter anderem mit Infoständen weiterhin begleiten.

Anhang: Die Augustusbrücke zeigt, wie eine Brücke zum Flair Dresdens beiträgt. Kanzeln ermöglichen das Genießen der Aussicht, ohne den Verkehr zu stören. Bildrechte: Initiative Carolabrücke.