Pressemitteilung: Mit fünf Kfz-Spuren zu einer schmaleren Carolabrücke

an der Debatte um die Zahl der Kfz-Spuren auf der neuen Brücke hat sich die Initiative Carolabrücke e. V. bisher nicht beteiligt. Die Argumente beider Lager waren schnell ausgetauscht. Nachdem monatelang vor allem herausgearbeitet wurde, wo die Parteien stehen, ist es nun an der Zeit, einen vernünftigen Kompromiss zu finden.

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Wie sehr dieses Thema spaltet, zeigte zuletzt die gemeinsame Abstimmung der Stadtbezirksbeiräte Altstadt und Neustadt, bei der keiner der Vorschläge eine Mehrheit bekam. Die Initiative Carolabrücke plädiert für eine praktikable Lösung.

Es ist ein nachvollziehbares Anliegen, Infrastrukturen nicht zu knapp zu planen. Es sollten Ausweichmöglichkeiten, etwa im Fall von Baustellen an den Nachbarbrücken, mitgedacht werden. Auch räumliche Flexibilität kann sinnvoll sein, um auf künftige Entwicklungen reagieren zu können.

Anderseits ist richtig, dass unter anderem durch die Verlagerung des Fernverkehrs auf die Autobahn A17 die Kfz-Fahrten über die Carolabrücke erheblich abgenommen haben. Es stimmt auch, dass die Breite des Bauwerks Einfluss auf Kosten und Stadtbildverträglichkeit hat.

Die Initiative Carolabrücke schlägt daher folgenden Querschnitt vor: Bereits jetzt haben alle vier Entwürfe im Bereich der Straßenbahntrasse überfahrbare Gleise, welche regulär von Bussen und Rettungswagen genutzt werden sollen. Dies entspricht zwei Fahrspuren, die bei Umleitungen über die Carolabrücke auch für alle anderen Kfz freigegeben werden können. So entstehen zwei temporäre Kfz-Spuren, welche gemeinsam mit drei permanenten Kfz-Spuren ein flexibles, fünfspuriges Modell bilden. Während Bauarbeiten an der inzwischen eingestürzten Carolabrücke hat sich die Verkehrsführung mit zwei Spuren in Richtung Neustadt und einer in Richtung Altstadt bewährt. Damit kann Staubildung durch Linksabbiegen am Carolaplatz vermieden werden.

Gleichzeitig hinterfragt die Initiative Carolabrücke, ob bis zu fünf Meter breite Gehwege oder überbreite Radwege notwendig sind. Vielfach wurde prognostiziert, dass die Kfz-Mengen über die Carolabrücke weiterhin abnehmen werden, während der Radverkehr zunähme. Sollte dies tatsächlich eintreten, würde die dritte Kfz-Spur in Zukunft nicht mehr gebraucht werden und könnte zu einem Radweg umgewidmet werden. Falls dem nicht so ist, bliebe es bei drei plus zwei Kfz-Spuren.

Die Carolabrücke muss jedoch nicht alle Entwicklungen abdecken, die in einigen Jahrzehnten vielleicht eintreten könnten. Sie muss nicht der letzte Dresdner Brückenneubau bleiben! Auch wenn es keine Freude macht, das bei der Carolabrücke wieder einmal verstolperte Verfahren zu verfolgen, kann schon jetzt zukunftsorientiert über weitere Elbquerungen nachgedacht werden. Vielleicht muss man das sogar, etwa mit Blick auf das Blaue Wunder.

Verkehrsplanung groß zu denken, muss nicht heißen, nur die Carolabrücke groß zu denken. Wann wird zum Beispiel endlich der letzte Lückenschluss der Westumfahrung am Emerich-Ambros-Ufer fertiggestellt werden? Planung und Genehmigung sind bereit, es kann sofort gebaut werden. Angeblich fehlt das Geld dafür, wenige Millionen. Durch diesen Lückenschluss wird auch der Kfz-Verkehr über die Carolabrücke entlastet werden. Ein Kompromisspaket zur Carolabrücke sollte unbedingt auch das Emerich-Ambros-Ufer beinhalten.

Wir fordern alle Seiten auf, von ihren Maximalforderungen abzurücken und ihre Fähigkeit zu beweisen, einen vernünftigen Mittelweg zu finden. Kompromisse sind gut, wenn sie keine Seite voll befriedigen, aber ausgewogen genug sind, um die Debatte zu befrieden.

Anhang

Veranschaulichung von bis zu fünf Kfz-Spuren mit überfahrbarer Straßenbahntrasse, Beispielquerschnitt, Grafik Initiative Carolabrücke e. V.