Kategorie: Allgemein

  • Protokoll der 29. Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften am 10.06.2026

    • Tagesordnungspunkt Ö 1 Wiederaufbau Carolabrücke – Informationen zu den Ergebnissen der Fachexpertensitzung am 5. Juni 2026
    • Mitschrift: Initiative Carolabrücke
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    Vortrag Prof. Steffen Marx

    • Expertengremium lobt Verfahren und Bürgerbeteiligung – ggf. wegweisend für zukünftige Projekte
    • LHD, Sachsen Energe und DVB sind gemeinsam „in der Bauherrenrolle“
    • jeder Entwurf ist baubar
    • einstimmiges Vorum bzgl. Reihenfolge

    Beschreibung der Entwürfe

    FHECOR

    • interpretiert Bogenmotiv der Dresdner Brückenfamilie „modern“, „markant“, „schön“
    • ist konstruktiv kein Bogen, sondern sog. Sprengwerk
    • zusätzlicher Pfeiler aus Sicht der Jury möglich, im Detail:
      • Vorabstimungen haben stattgefunden
      • noch keine endgültige Entscheidung
      • planungsrechtliche Risiken aus Sicht von LHD und Jury „beherrschbar“
    • gilt auch für Überhöhung der Gradiente von 2,5 m
      • entsteht durch Ausbildung von Bögen bei Einhaltung des Schifffahrtsprofils
      • 2 andere Entwürfe sind ebenfalls höher (allerdings geringfügiger)
      • Frage bei Höhenüberschreitung ist „Wollen wir das?“
      • Verletzung des Schifffahrtsprofils wäre hingegen Ausschlusskriterium
    • Sprengwerk/Bogen wäre schlank baubar
      • einheitliche Spannweite benachbarter Felder statisch zu bevorzugen wegen Lasteintrags in Kämpfer/Pfeiler (horizontal)
        • größere Spannweite bedeutet quadratische Erhöhung des Krafteintrags – bei doppelter Spannweite 4fach größere Last als auf gegenüberliegender Pfeilerseite
        • dadurch aufwändigere Gründung notwendig (Steigerung der Kosten)
    • aufgelöste Pfeilerscheiben (Abweichung von Dresdner Brückenfamilie)
      • Jury bildete Gruppen und wählte „besseren“ innerhalb der Gruppe aus (hier: Pfeilerscheiben vs. aufgelöste einzelne Pfeiler)
      • Auswirkungen auf Stadtbild wg. Sichtbarkeit von unten wird als besonders wichtig betrachtet – aufgelöste Pfeiler „vorteilhaft“
    • Kanzeln/Pfeilerpositionen auf der Brücke nur angedeutet erkennbar
    • schmalster Entwurf
      • problematisch bzgl. Oberleitungsmasten, die an den Rändern stehen müssten mit Querfeld-Abspannung
      • Empfehlung, lieber etwas breiter, um Platz für Pfeiler an Straßenbahntrasse zu erhalten (Einsparung Instandhaltungskosten bzgl. Oberleitung)
    • doppelt die Straßenbahntrasse kreuzender Radweg

    Grassl

    • sehr ähnlich FHECOR
    • Sprengwerk statt Bögen
    • aufwändige Pfeiler wegen Kraftabtrag notwendig
    • orientiert sich an historischen Brücken (bzgl. Pfeiler, Kanzeln)
    • 47 Meter breite Pfeiler
    • Jury findet aufgelöste Pfeiler wichtiger als Bezug zur Historie – dies sei eine Entscheidung, „was man will“, keine technischen Vor-/Nachteile
    • gut geplant für Wartung/Instandhaltung
    • Vorteil einer teilweisen/früheren Inbetriebnahme durch separate Brückenzüge
    • visualisiertes Geländer nicht zulässig, Wirkung wäre dann anders
    • „sehr mächtiges Bauwerk“
    • ca. 0,5 Meter über Höhengradiente

    Schüßler-Plan

    • am engsten an eingestürzter Carolabrücke orientierter Entwurf
    • Spielraum für Ersatzneubau wird von Jury allerdings erheblich größer eingeschätzt, als dieser Entwurf; „Ersatz“ bezieht die Jury vorwiegend auf den über die Brücke zu führenden Verkehr
    • Durchlaufträger statt Bögen (wie eingestürzte Brücke)
    • „bautechnologisch gut“
    • über Mittelpfeiler gebe es eine „Auflösung“, um die Massivität „herauszunehmen“ (?)
    • instandhaltungsmäßig der beste Entwurf
    • „Anmutung einer Autobahnbrücke“ – nicht das Richtige für die Innenstadt; wie eingestürzte Brücke Symbol für autogerechte Stadt, nicht mehr zeitgemäß
    • Pfeilerscheiben als Entwurfsmotiv – Jury findet diese zu massiv

    LAP

    • Durchlaufträger, aber mehr Bezug zu historischer Bogenkonstellation
    • damit nicht zu massiv, Netzgitter über Pfeiler „sehr feingliedrig“/filigran – damit aber wartungsintensiv; Jury empfiehlt Überarbeitung dahingehend, ohne die Gestaltungsidee aufzugeben
    • sehr gute Umsetzung der Anforderungen
    • höchste Kosten (aber „nominalisiert“, Kostenschätzung unter Berücksichtigung der Preisentwicklung in den nächsten 5 Jahren)
    • Busgarage und Einbauten auf Neustädter Seite seien kostenmäßig „zusätzlich“ und werde als Einsparpotential gesehen
    • „Stadtbalkon“ ausgeprägt und deutlich
    • starke Ausrichtung in Richtung stromabwärts (zur Altstadtsilhouette hin)
    • Anschluss der Elbufer „ganz hervorragend“, „sehr gut durchdacht“
    • 0,5 Meter über Höhengradiente

    Jurybewertung/Kriterien

    • Gradientenüberhöhung nicht so relevant laut Jury; Visualisierung im Vergleich sei kaum unterscheidbar bei Blick von Albertbrücke
    • 3 „Bogen“-Brücken ungefähr gleicher Preis, Schüßler-Plan günstiger
    • breite Pfeiler bei Grassl: wäre genehmigungsfähig, also nur Ablehnung aufgrund visueller Wirkung unter der Brücke
    • LAP „absolut wichtig“ sei Pfeilerauflösung, „durchgehende Pfeilerscheibe“ sei „falsch“
    • FHECOR „leichteste Anmutung“, „dominant“, „mächtig“ bzgl. Eigenwirkung „tolle Formensprache“, „zu knackig“, „nah dran an Platz 1“
    • Grassl dennoch „sehr guter Brückenwntwurf“, „technisch überzeugend“
    • Kosten:
      • Jury aus Erfahrung: Schüßler-Plan ca. 10 Mio. Euro günstiger (nur grober Wert); alle anderen Entwürfe an der gesetzten Obergrenze von 140 Mio. Euro
      • Appell an Stadtrat: „gucken, was wir brauchen“

    Rückfragen der Ausschussmitglieder

    • Kempe-Gebert (CDU):
      • kritisiert Verschwiegenheitspolitik und stückweise Veröffentlichung durch Verwaltung
      • Barrierefreiheit wichtig (Rollstuhlfahrer und Rollatoren)
      • Bauzeit/Ablauf?
      • Wartung beweglicher Lager (LAP)?
      • warum verschiedene Pfeilergrößen und Asymmetrie bei LAP?
    • Probst (FDP/FB):
      • Radfahrer zwischen Straßenbahn und KfZ-SPuren problematisch?
      • Venezianisches Haus/Quartier (bzgl. alle Entwürfe)?
    • Zastrow (Team Zastrow):
      • alles besser als eingestürzte Brücke, erwartet daher keine Spaltung der Stadt
      • FHECOR oder LAP werde es „sicher“ werden
      • LAP Beleuchtung überhaupt möglich (Beleuchtung anderer Brücken würde nachts abgeschaltet) – Effekt verloren?
      • LAP bzgl. Tauben und Sauberkeit hinter Vergitterungen?
      • Stadtbalkon bei LAP: wie wird Aufenthaltsqualität sichergestellt?
        • Radfahrer „nehmen sich jeden Raum“
        • nur für „paar Schnorrer, die kostenlos Roland Kaiser gucken“
      • LAP asymmetrische Pfeilerbreiten?
      • Steg Brühlsche Terrasse (wie Studentenentwurf – „Brühlscher Link“) gut für Aufenthaltsqualität
    • Ladzinski (AfD):
      • Einrodnung der Baukosten gut, damit Bürgerbeteiligung nicht nach Kosten geht
      • FHECOR: breiter wg. Oberleitungsmasten vs. breiter = teurer – Widerspruch?
      • Krafteinleitungsproblematik bei unterschiedlichen Spannweiten bei LAP kein Problem?
    • Deppe (Grüne):
      • Anschlussbeziehungen Straße und Elbufer?
    • Engel (SPD):
      • schräges Licht auf Grassl wg. als fragwürdig eingeschätzter Kostenkalkulation
      • Breite der Brücke (bzgl. Spuren) bei allen Entwürfen gleich relevant bzgl. Kosten?
      • Schreiben der LHD an Entwurfsverfasser (auf Nachfragen) 3 Monate nach Beauftragung, dass das Gutachten bzgl. zusätzlicher Pfeiler zu beachten sei – schwierig für Vergleichbarkeit, wenn jetzt plötzlich kein Problem mehr
      • veränderte Höhenlage sei nach Schreiben/Gutachten auch eine „wesentliche Änderung“ und damit ggf. planfeststellungspflichtig, wenn nur aus gestalterischen Gründen (was bei FHECOR der Fall sei)
    • Schulte-Wissermann (PVP):
      • Gibt es eine Bewertungsmatrix, damit man seine eigenen Aspekte überprüfen kann?
    • Schollbach (Linke):
      • Nachhaltigkeite bzgl. Wartungskosten bei allen Entwürfen?
    • Böhme (BSW):
      • wie intensiv waren Diskussionen; gab es kontroverse Punkte in der Jury?
      • was wird bzgl. Denkmalschutz an Einwönden zu erwarten sein?
      • wie genau sind Kostendifferenzen einzuschätzen bzgl. 10 Mio. Unterschied?

    Antworten

    • Kühn: „war immer klar, dass nicht alles sofort veröffentlicht wird“
      • ab Tag des offenen Rathauses wird alles, was am 26.05.2026 im Begleitgremium gezeigt wurde, öffentlich
      • 17.05.2026: Planerteams im Stadtforum für Öffentlichkeit; ab 17:30 Uhr Infoveranstaltung mit Livestream
      • heute kein Livestream wegen Haushaltslage
    • Marx:
      • es sei gut, dass nicht alles ohne Jury-Einordnung öffentlich war
      • Büros haben angerufen, weil sie öffentlich angefeindet worden wären bzgl. der veröffentlichten Visualisierungen
      • Barrierefreiheit auch bei 2,5 Meter höherer Brücke gegeben (4,5 % Neigung); niedriger wäre besser, ist aber zulässig
      • Bauzeit: alle Entwürfe mit Standardverfahren baubar – +/- 2 Jahre Bauzeit
        • vorzeitige teilweise Inbetriebnahme nicht möglich bei FHECOR, aber nicht als relevant betrachtet
      • getrennte Brücken wartungsfreundlich (LAP und Schüßler-Plan) – Längsfugen „nicht vergnügungssteuerpflichtig“ – LAP sei „ausgewogen bzgl. Vor-/Nachteile“
      • Wartung beweglicher Lager sei Standard
        • „semiintegrale Bauweise“ sei wartungsärmer, da ohne bewegliche Lager
        • Lebensdauer beweglicher Lager 20-50 Jahre
        • ohne bewegliche Lager sei Zwangsbeanspruchung höher
        • bewegliche Lager seien nur Detail
      • unterschiedliche Pfeilerbreite bei LAP sei „eben die Konsequenz“ bei gegliederten Tragwerken (wegen Trennung der Brückenzüge)
        • damit „lesbar“, wie das Bauwerk funktioniert
        • bei 2 Spuren weniger gäbe es mehr Symmetrie
      • doppelte Querung der Straßenbahn für Radweg sei verkehrstechnisch „katastrophal“
        • bei FHECOR als Auflage heilbar
      • Radweg zwischen Straßenbahn und KfZ-SPuren sei kein Problem
      • Venezianisches Quartier: bei Entwürfen ohne Auffächerung besser umsetzbar, „mehr Potential“
      • Gitterstruktur bzgl. Tauben: Sprengwerk u. aufgelöste Pfeiler gleiche Problematik – alles aufwändiger in Instandhaltung
        • „da müsste man Schüßler-Plan bauen“, sonst müsse man damit leben
      • Gitterstruktur ohne Beleuchtung kein Problem, aber dann Effekt nachts unsichtbar
      • Gefahr, dass Radfahrer die Promenade nutzen, nicht gegeben, weil doppelte Querung der Straßenbahn notwendig – auf separatem Radweg dagegen nicht
        • Profilierung des Gehwegs oder EInrichtung von Schikanen würden weiterhin unattraktiv für Radfahrer machen
      • Kosten für mehr Breite wegen breitem Fußweg geringer als für mehr Straßenfläche oder Straßenbahntrasse
      • „Brühlscher Link“: hoch attraktiv wg. kürzerer Wege, aber Konflikt mit Denkmalschutz (wäre Abwägungssache)
      • Durchlaufträger (auch bei LAP) erzeugt nur Vertikalkräfte, unterschiedliche Stützweiten daher kein Problem
        • allgemein bei Sprengwekr höhere Aufwendungen für Gründung, aber auch nicht sehr viel („paar Bohrpfähle mehr“)
      • FHECOR geht davon aus, dass Verkehr später umsortiert wird (sehr flexibel bei minimaler Breite)
      • Oberleitungsthema (Masten an Außenseiten der Brücke) nicht gut, FHECOR sollte etwas breiter werden, um Masten direkt neben Straßenbahn einzuordnen – Vorteile bzgl. Instandhaltungskosten überwiegen Kosten für zusätzliche Breite
      • Breitenreduktion bezieht sich auf alle Entwürfe gleichermaßen bzgl. Kosteneinsparung, ca. 40 Mio.
        • Schüßler-Simulation zeigt, dass 2 Spuren reichen, wenn Knotenpunkte ausgebaut
        • lieber über weniger Spuren sprechen als über Breite für Oberleitungsmasten – Appell an Stadtrat aus der Jury, 2 Spuren noch zu ermöglichen
      • zusätzlicher Pfeilerstandort: Aussagen bzgl. Genehmigungsfähigkeit beziehen sich auf Strompfeiler, nicht am Ufer
        • Betroffenheit Privater oder Träger öffentlicher Belange seien nicht ersichtlich – Abstimmung habe im Planungsprozess bereits stattgefunden
        • Risiko bleibt dennoch, auch bei Gradientenfrage
      • keine Bewertungsmatrix, sei aber sinnvoll nachzureichen, auch für Bürgerbeteiligung
      • Instandhaltungskosten allgemein nicht realistisch abschätzbar („wie Zähne putzen“ – könne man mal weglassen, aber nicht dauerhaft)
        • Instandhaltung i. H. v. 0,5-1% der Baukosten jährlich sei vernünftig
      • Jury-Entscheidung sei „ganz eindeutig“ und einstimmig gefallen
        • Platz 1 und 2 dicht beieinander
        • LAP vor FHECOR aus Genehmigungsgründen u. Einfügung in historischen Stadtraum (i. e. geringeres Risiko Denkmalschutz wg. Höhe)
      • 10 Mio. Unterschied zu Schüßler ist grobe Schätzung und nicht belastbar – Geld sparen lieber mit weniger Spuren

    Nachfragen

    • Caspari:
      • Breite und Anbindung der Radwege an Elbufer bei allen Entwürfen gegeben und regelkonform möglich?
    • Kempe-Gebert:
      • Barrierefreiheit bzgl. Radwege?
      • Anbindung Radwege an Elberadweg?
    • Probst:
      • FHECOR: korrekt, dass Radfahrer in Relation Albertplatz-Pirnaischer Platz Straßenbahn nicht queren müssen, aber wenn Richtung Elberadweg; sowie von ELberadweg zu Elberadweg keine Querung nötig, aber wenn von Elberadweg in andere Richtung?
    • Schollbach:
      • Folgekosten wegen technischer Unterschiede höher/geringer zwischen Entwürfen?

    Antworten

    • FHECOR und andere Entwürfe: Regelkonformität von Radverkehrsanlagen muss geprüft werden; falls nicht, überall heilbar
    • Radweganbindung bei LAP am weitesten ausgearbeitet, aber „zu viel des Guten“; „zu dominante Verkehrsanlage“, „überambitioniert“
    • Barrierefreiheit der Anbindungen weniger relevant, als dass Brüclenzug selbst barrierefrei ist
    • Verbindung Elberadweg auf stromabwärtiger Seite wäre sinnvoll, aber hat Auswirkungen auf Brückenbreite
    • 3 teurere Entwürfe sind auch teurer in Instandhaltung, als Schüßler-Plan
  • Veranstaltungsankündigung: Königin-Carola-Brücke – eine Kulturgeschichte. Vortrag von Milena Filipps, Vorsitzende der Initiative Carolabrücke e.V.

    Veranstaltungsankündigung: Königin-Carola-Brücke – eine Kulturgeschichte. Vortrag von Milena Filipps, Vorsitzende der Initiative Carolabrücke e.V.

    Wann? 03.12.2025, 18 Uhr
    Wo? Piatta Forma (Festung Dresden), Eingang gegenüber dem Servicecenter der Sächsischen Dampfschifffahrt.
    Freier Eintritt.

    Jede Anknüpfung an historische Formen im Bauen, vom Zitat bis zur detailgetreuen Rekonstruktion, beruht nicht bloß auf abstrakter Schönheit, sondern auch auf Geschichte. Wir erkennen historische Denk- und Lebensweisen als relevant, identitätsstiftend, stadtbildprägend oder erinnerungswürdig an, indem wir uns für ihre Formensprachen entscheiden. In einem gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs, welcher die Bedingungen und die Bedeutung einer solchen Sichtbarmachung der Vergangenheit im Stadtbild berührt und sich bis zu den Arten, Formen und Medien der kollektiven Erinnerung erstreckt, sieht auch die Initiative Carolabrücke eine ihre wichtigsten Aufgaben darin, „ihr“ Bauwerk in seiner kulturhistorischen Dimension, in seinen Beziehungen zu vergangenen Dresdner Lebenswelten aller Art zu verstehen, zu erforschen und ins Bewusstsein der Dresdnerinnen und Dresdner zu bringen, um das allgemeine Verständnis der Stadt, ihrer historisch gewachsenen Strukturen, Formen und Ästhetiken, zu vertiefen und zu erweitern: Welche künstlerischen Interpretationen machte die Königin-Carola-Brücke möglich? Welche politische Bedeutung gewann sie dank ihrer prominenten Lage im Stadtbild? Welche Rolle spielte das Bauwerk im städtischen Leben, sei es als Ort politischer Inszenierung, als Aussichtspunkt, Postkartenmotiv oder eine Kulisse der Spaziergänge über die vereiste Elbe in den 1920er Jahren? All das gehört für uns zum umfassenden Verständnis eines Bauwerks, das die reine Bau- und Kunstgeschichte ergänzt und uns die Vergangenheit bewusst macht, an die unsere Forderung des Wiederaufbaus nach historischem Vorbild anknüpft.

    Nun sind diese Fragen nicht schnell zu beantworten. Wir stehen lediglich am Anfang langwieriger Nachforschungen – und doch haben wir bereits Leitfragen und Ansatzpunkte formuliert, uns verschiedene, teilweise recht ungewöhnliche Quellengattungen vor Augen geführt, nach Forschungsfeldern und Methoden gefragt, die eine Herangehensweise an unseren Gegenstand und seine Geschichte ermöglichen. Wir wollen die Dresdner Bevölkerung – auch im Sinne unseres demokratischen Selbstverständnisses – nicht nur am Ergebnis, sondern auch am Prozess der Suche, des Forschens, des Nachfragens, der Auseinandersetzung mit schriftlichen, bildlichen und materiellen Überresten der Vergangenheit teilhaben lassen und setzen mit unserem Vortrag ganz am Anfang des Forschungsprozesses an: Unsere Vorsitzende berichtet, auf welche Art und Weise die Initiative die historische Carolabrücke besser verstehen möchte, welche Fragen uns besonders interessieren und zeigt die spannenden Quellen, die uns dabei helfen werden, unser Wissen zu vertiefen.

    Unsere Präsentation findet im Rahmen einer Vortragsreihe statt, die vom Dresdner Verein Brühlsche Terrasse e.V. in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V., dem Forum für Baukultur e.V. und dem Gottfried-Semper-Club-Dresden e.V. betreut wird. Die Referenten und Vereine, die sich mit der Erforschung und Vermittlung der Dresdner Geschichte beschäftigen, stellen in Vorträgen am ersten Mittwoch eines jeden Monats um 18:00 die Ergebnisse ihrer Tätigkeit vor und fördern so den Austausch über die vielfältige Vergangenheit unserer Stadt. Wir freuen uns, Teil der Vortragsreihe zu sein und danken den Veranstaltern für die Einladung. Schauen auch Sie gern vorbei und kommen Sie mit uns ins Gespräch.

    Bildnachweis: Deutsche Fotothek / Brück und Sohn