Kategorie: Pressemitteilung

  • Pressemitteilung: Werden einzelne Entwürfe bevorzugt? Initiative kritisiert Jury-Meinung und hat sich für einen Entwurf entschieden

    Die wichtigste Erkenntnis aus der letzten Sitzung des Bau-Ausschusses
    lautet: alle Entwürfe sind umsetzbar. Auch der Entwurf, welcher dem
    Expertengremium am wenigsten gefiel, ist laut Jury-Leiter Prof. Marx
    „ein sehr guter Brückenentwurf“ und „technisch überzeugend“. Die
    Dresdnerinnen und Dresdner können sich also völlig frei fühlen,
    ihre Stimme nach eigenem Urteil abzugeben.

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    Das neunköpfige Gremium fand nach eigener Aussage „aufgelöste
    Pfeiler wichtiger als den Bezug zur Historie“. Dies sei eine
    Entscheidung, „was man will“, keine Frage der technischen Vor- und
    Nachteile. Das Expertengremium übersieht dabei, wie wichtig den
    Dresdnern der Bezug zur Historie ist.

    Nach dem Bewertungsmaßstab der Jury wäre die Augustusbrücke
    „falsch“. Diese Brücke ist das Gegenteil von Transparenz, aber
    selbstverständlicher Teil des Stadtbildes. Sie fügt sich so gut ein,
    weil man sie 1910 zwar neu baute, jedoch nach historischem Vorbild.
    Die Carolabrücke wird bereits aufgrund ihrer enormen Spannweiten viel
    mehr Durchblick bieten als die benachbarten Brücken. Anders als der
    selten eingenommene Blickwinkel, der von der Jury herausgestellt
    wurde, sind viele andere Sichtbeziehungen auf die Brücke und von der
    Brücke viel wichtiger.

    Unverständlich ist auch, wie willkürlich die Jury die Entwürfe auf
    „Transparenz“ prüfte. So hinderte die Überhöhe des Entwurfes von
    FHECOR sie nicht, deren Beitrag gut zu prämieren. 2,5 Meter
    Überhöhe werden den Blick vom Brühlschen Garten auf die Elbhänge
    deutlich beschneiden (siehe Bild 1). Auch deren zusätzliches
    Pfeilerpaar schränkt die Transparenz der Brücke aus einer größeren
    Zahl von Perspektiven ein, als es längliche Pfeiler tun. Nur auf
    einen einzigen Blickwinkel abzuheben, ermöglicht keinen objektiven
    Vergleich. Die Stadt Dresden hat vorab leider keine exakten
    Standpunkte für die Visualisierungen vorgegeben, wie es bei
    Wettbewerben Standard ist.

    Transparenz halten wir vor allem bei der Informationspolitik für
    wichtig. Laut Aussage von Herrn Kühn konnte die Ausschusssitzung
    „aufgrund der Haushaltslage“ nicht per Livestream übertragen werden.
    Die Initiative Carolabrücke stellt deshalb auf ihrer Internetseite
    ein Protokoll zur Verfügung: https://initiative-carolabruecke.de/2026/06/12/protokoll-der-29-sitzung-des-ausschusses-fuer-stadtentwicklung-bau-verkehr-und-liegenschaften-am-10-06-2026/

    Nach sorgfältiger Abwägung aller Aspekte, sowohl der Gestaltung als
    auch der Wirtschaftlichkeit, Langlebigkeit, Verkehrsführung und des
    Städtebaus, unterstützt die Initiative Carolabrücke den Entwurf des
    Teams um Ingenieurbüro GRASSL. Dieses Team hat die Anregungen der
    Bürgerbeteiligung am konsequentesten umgesetzt und einen technisch
    einfachen, flexiblen und nachhaltigen Entwurf vorgelegt. Die
    auffälligen technischen Unterschiede zu den anderen Brücken hat die
    Jury leider nicht herausgearbeitet.

    Zudem bietet dieser Entwurf die meisten Anknüpfungspunkte für
    Detailgestaltungen nach historischem Vorbild. Das Team um GRASSL hat
    sich bereiterklärt, für die weitere Planung im Dialog zu bleiben und
    ist offen dafür, historische Bezüge im weiteren Prozess zu
    integrieren. Auch der Städtebau der angrenzenden Plätze ist am
    besten durchdacht. So würde das Venezianische Haus zusammen mit dem
    Elbberg wieder ein eindrucksvolles Ensemble bilden können.

    Hervorzuheben ist die Wirtschaftlichkeit des Entwurfes. Schon der
    Blick auf die Querschnitte zeigt es: Die Brücke des Teams GRASSL ist
    mit deutlich geringerem Aufwand umsetzbar und wartungsfreundlicher.

    Um der Forderung nach einer Integration historischer Details in der
    kommenden Planung Nachdruck zu verleihen, hat die Initiative eine neue
    Petition gestartet. Diese Forderung gilt unabhängig davon, welcher
    Entwurf vom Stadtrat beauftragt wird:

    Link: https://c.org/59wwyz77BT

    Anhänge

    Bild 1: Markierung einer um 2,5 Meter erhöhten Brücke (ohne
    Geländer!), wie beim Entwurf von FHECOR vorgesehen. Maßstab sind die
    100 cm hohen Absperrungen, die auf dem Foto auf der Brücke zu sehen
    sind. Der Blick auf die Elbhänge vom Brühlschen Garten aus würde
    endgültig abgeschnitten. Urheber: Christian Gebhardt,
    Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0, Markierung durch Initiative
    Carolabrücke e. V.

    Bild 2: Collage mit historischen Details, die in ähnlicher Form auf
    die neue Brücke zurückfinden sollen. Initiative Carolabrücke e. V.

    Bild 3: Deutlichere Hervorhebung des Bogen-Pfeiler-Wechsels im Entwurf
    GRASSL und Ergänzung klassischer Gestaltungsdetails wie
    Sandsteinbrüstungen und Gesimse. Diskussionsbeitrag der Initiative
    Carolabrücke e. V. mit Genehmigung durch Ingenieurbüro GRASSL und
    gmp.

  • Pressemitteilung: Initiative fordert Nachbesserungen bei Entwürfen für Carolabrücke

    Aus dem Wettbewerb für die neue Carolabrücke sind großteils gute Grundlagen für die weitere Planung hervorgegangen. Die derzeitigen Arbeitsstände zeigen aber noch nicht die Qualität, die ein Bauwerk mitten im Herzen Dresdens haben muss.

    Zu begrüßen ist, dass alle vier Entwürfe Bögen über die Elbe spannen. Es zeigt sich deutlich, dass die Forderung der Initiative Carolabrücke nach Bögen richtig war und auch von Fachleuten geteilt wird.

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    Leider sind bei keinem der Entwürfe Merkmale wie Kanzeln, kleinteiliges Stahlfachwerk oder auskragende Pfeiler vereint. Auch andere traditionelle Charakteristika wie Sandstein oder Ornamentik sind nur vereinzelt eingestreut.

    Bei Ingenieurbüro GRASSL gefallen besonders die großzügigen Kanzeln, welche aus den Pfeilern entwickelt werden. Der Entwurf von Leonhardt, Andrä und Partner profitiert vom kleinteiligen Stahlfachwerk in den Zwickeln. Bei FHECOR überzeugt der Rhytmus aus einem großen und mehreren kleineren Bögen.

    Der Entwurf von FHECOR/TSSB bezieht seine Beliebtheit vor allem daraus, dass er die Pfeilerstandorte der historischen Carolabrücke von 1895 nutzt, also ein Pfeilerpaar mehr hat als die anderen Entwürfe, was schönere Bögen ermöglicht.

    Dieses Team setzt sich damit über die strengen Vorgaben der Stadt hinweg. Im Sinne der Fairness gegenüber den anderen Wettbewerbsteilnehmern schlagen wir drei Optionen vor:

    1. FHECOR legt bis zum Beginn der Bürgerbeteiligung Visualisierungen vor, die der Ausschreibung entsprechen.
    2. Die Stadt Dresden erklärt, dass zusätzliche Pfeiler doch nicht genehmigungspflichtig sind und gibt den anderen Teilnehmern die Möglichkeit, ihren Entwürfen bis 12.06. ebenfalls Pfeiler hinzuzufügen.
    3. Der Entwurf von FHECOR wird vom Verfahren ausgeschlossen.

    Im Gegensatz zu weiteren Pfeilern ist eine mäßige Verringerung der Hauptspannweite als Ersatzneubau genehmigungsfähig. Das hat das Rechtsgutachten ergeben. Daher fordert die Initiative eine Verringerung der gewaltigen Spannweite von zuletzt 120 Metern um weniger als 10%. Weniger Spannweite bedeutet geringere Kosten, mehr Stabilität und schönere Bögen.

    Das größte Potenzial, mit kleinen Verbesserungen doch noch eine Dresden-typische Brücke zu erhalten, sieht die Initiative Carolabrücke im Entwurf des Ingenieurbüros GRASSL und gmp. Wir werden jedoch nur einen überarbeiteten Entwurf unterstützen bzw. jenes Team, das die 27.000 Stimmen für eine Gestaltung nach historischem Vorbild in der kommenden Detailplanung am deutlichsten berücksichtigen wird.

    Wir fordern alle Entwurfsteams auf, sich Verbesserungsvorschlägen nicht zu verschließen. Begleitgremium und Stadtrat sollten ein Nachbessern verlangen und damit dem selbst formulierten Anspruch einer herausragenden Architektur gerecht werden.

    Damit fachkundige Dresdner/innen die Möglichkeit haben, sich mit allen Einzelheiten schon vor Beginn der Bürgerbeteiligung fundiert auseinanderzusetzen, muss die Stadt jetzt alle Wettbewerbsunterlagen freigeben. Es gibt keinen Grund, die vollständigen Entwürfe noch länger als geheime Verschlusssache zu behandeln.

    Anhang:

    Die Handzeichnungen demonstrieren, mit welch geringen, rein gestalterischen Anpassungen aus der futuristischen Brücke von GRASSL/gmp eine klassisch-zurückhaltende Dresdner Brücke werden kann. Bildrechte Zeichnung: Initiative Carolabrücke, Visualisierung: Ingenieurbüro GRASSL und gmp.

  • Pressemitteilung: Initiative benennt klare Kriterien für die neue Carolabrücke

    Dresden, 18.05.2026

    Wenn am 26. Mai die Entwürfe der neuen Carolabrücke vorliegen, wird die Initiative Carolabrücke e. V. diese nach klaren Kriterien bewerten. Maßstab sind typische Merkmale, die der historischen Dresdner Brückenfamilie ihren Charakter und ihre Qualität verleihen. Zwischen Marien-, Augustus- und Albertbrücke fügt sich die Carolabrücke ein, wenn sie den Stil der Altstadt fortschreibt.

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    Essenziell ist eine Konstruktion als Bogenbrücke. Nachdem mehrere Teilnehmer des Wettbewerbs öffentlich erklärt hatten, Bogenbrücken entwerfen zu wollen, hat die Stadt dies in Abstimmung mit dem Wasserstraßenamt schnell ermöglichen können. Initiative Carolabrücke und drei große Petitionen hatten schon seit Anfang 2025 eine Bogenbrücke angemahnt.

    Wie es schon bei der ersten Carolabrücke gelang, können große Bögen über dem Fluss und kleinere Bögen in den Uferbereichen einem harmonischen Rhythmus folgen. Das Material Sandstein, das die repräsentativen Bauten beiderseits der Elbe ebenso wie die Nachbarbrücken dominiert, soll auch die Carolabrücke prägen. Wichtig ist, dass die steinverkleideten Pfeiler mit begehbaren Kanzeln abschließen. Solche Kanzeln ermöglichen es, die fantastischen Ausblicke zu genießen, ohne den Verkehr zu stören. Auch die Untersicht auf die Brücke ist wichtig. Die großen Bögen über die Elbe können, ebenso wie bei der ersten Brücke von 1895, ein kleinteiliges Stahlfachwerk zeigen.

    Nach dem Brückeneinsturz müssen Lehren für die Konstruktion gezogen werden. Die Initiative Carolabrücke fordert Entwürfe, die Prüfung, Reparatur und Langlebigkeit aller Bauteile ermöglichen.

    Die neue Brücke bietet zudem die Möglichkeit, den bisher stiefmütterlich behandelten östlichen Teil der Innenstadt aufzuwerten. Die Initiative Carolabrücke e. V. wird die Entwürfe auch danach bewerten, wie viel Potenzial für die Ergänzung von Schmuckelementen sie bieten. Der Verein steht bereit, Spenden einzuwerben und regionale Kunsthandwerker zu beauftragen. Durch Archivarbeit konnte die Initiative bestätigen, dass neben Hermann Klette auch der später berühmt gewordene Architekt Adalbert Pasdirek-Coreno durch die künstlerische Gestaltung der Königin-Carola-Brücke seine ersten Erfolge verzeichnen konnte. Viele der historischen Gestaltungselemente überzeugen noch heute durch die Verbindung von Funktionalität und Ästhetik.

    Für Fuß- und Radverbindungen darf die Brücke keine solche Barriere mehr sein wie bisher. Der Neubau der Brücke soll ein Impuls für Pirnaische Vorstadt und Carolaplatz sein. Entsprechend müssen Zukunftsprojekte wie das Venezianische Quartier bei den Entwürfen mitgedacht werden.

    Die Initiative Carolabrücke e. V. wird die anstehende Bürgerbeteiligung unter anderem mit Infoständen weiterhin begleiten.

    Anhang: Die Augustusbrücke zeigt, wie eine Brücke zum Flair Dresdens beiträgt. Kanzeln ermöglichen das Genießen der Aussicht, ohne den Verkehr zu stören. Bildrechte: Initiative Carolabrücke.

  • Pressemitteilung: Initiative Carolabrücke begrüßt Offenheit für Bogenbrücken und fordert Fortsetzung ernsthafter Bürgerbeteiligung.

    Dresden, 28.03.2026

    Nach dem Bürgerdialog vom 18. März 2026 erklärt die Initiative Carolabrücke: „Wir unterstützen den Vorstoß einzelner Planungsbüros, im weiteren Verfahren auch dem Wunsch nach einer Bogenbrücke zu entsprechen. Zugleich befürworten wir eine vertiefte Auseinandersetzung mit dieser Brückenform und ihren gestalterischen Konsequenzen im Kontext der historischen Altstadt. Die bislang vorgelegten Überlegungen der beteiligten Büros lassen den Anspruch erkennen, verkehrliche, gestalterische und stadträumliche Belange zusammenzuführen.“

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    Seit ihrer Gründung hat sich die Initiative für mehr Bürgerbeteiligung in unterschiedlichen Formaten eingesetzt, insbesondere im Austausch mit Vertretern der Stadtverwaltung. Die nun angestoßene Beteiligung bewertet sie vor diesem Hintergrund als Fortschritt. „Der Bürgerdialog war ein wichtiges Signal. Wer an einer so prägenden Stelle Dresdens baut, darf nicht über die Köpfe der Bürger hinweg planen. Die neue Carolabrücke ist eine generationelle Entscheidung. Sie muss funktional überzeugen und von der Stadtgesellschaft getragen werden. Sie muss sich zugleich in die historische Altstadt einfügen – jedoch nicht als abstrakte Neuinterpretation, die historische Bezüge lediglich zitiert, ohne sie gestalterisch einzulösen. Wir setzen darauf, dass die Landeshauptstadt Dresden den begonnenen Austausch zwischen Planungsbüros und Bevölkerung auch in den kommenden Monaten verlässlich weiterführt.“

    Die Dresdner Baukultur verlangt eine breite öffentliche Verständigung, welche die in der Stadtgesellschaft artikulierten Gestaltungspräferenzen berücksichtigen muss. In mehreren Petitionen und Umfragen hat sich die Erwartung einer am historischen Vorbild von 1895 orientierten Carolabrücke gezeigt. Dieses Votum aus der Stadtgesellschaft sollte im weiteren entwicklungsbezogenen Handeln der Stadtverwaltung stärker Berücksichtigung finden und in künftigen Planungen entsprechend zum Ausdruck kommen. Vor diesem Hintergrund regt die Initiative an, den intensiven Austausch zwischen Stadtpolitik und Gesellschaft auf die Stadträume entlang der St. Petersburger Straße auszuweiten. Die bisherigen Planungen der Büros bilden eine Grundlage, um auch deren Gestaltung weiterzuentwickeln.

    Bilder: Initiative Carolabrücke. Das Foto zeigt die von den Dresdnerinnen und Dresdnern im Rahmen des Bürgerdialogs erstellten Notizen. Deutlich wird der Wunsch nach einer historisierenden Gestaltung der dritten Carolabrücke. Die Visualisierung (enthält KI) vermittelt einen Eindruck von der Atmosphäre, die auf einer historisierend gestalteten neuen Carolabrücke herrschen könnte.

  • Pressemitteilung: Auswahl der Wettbewerbsteilnehmer wird begrüßt, Bogenbrücke und Integration gespendeter Bauteile gefordert

    Dresden, 05.12.2025

    Die Initiative Carolabrücke begrüßt, dass mit dem Entwurf der neuen Brücke mehrere Teams beauftragt wurden, die Erfahrung mit Rekonstruktion und dem Entwerfen historisch orientierter Architektur haben. Das zeigt, dass die zehntausendfach gezeichneten Petitionen, Umfrageergebnisse und die Arbeit der Initiative ernst genommen werden.

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    Die neue Carolabrücke wird nur Akzeptanz finden, wenn sie den sehr hohen Erwartungen gerecht werden kann. Dass an diesem Ort eine Bogenbrücke die meiste Zustimmung erhält, hat zuletzt auch ein Wettbewerb der Stadt Dresden und der Technischen Universität bestätigt. Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete studentische Entwurf füge sich dank des Bogentragwerks „harmonisch in die Stadtsilhouette und das bestehende Bild der Elbbrücken ein“, heißt es in der Begründung der Fachjury.

    Ob eine breitere Brücke Mehrkosten verursacht, wurde viel diskutiert. Wer sinnlose Kosten vermeiden will, sollte aber vor allem auf die Spannweiten schauen. Deshalb haben auch die Sieger des studentischen Wettbewerbs die Spannweiten gegenüber der eingestürzten Carolabrücke reduziert. Statt 120 Metern ist bei ihnen der Bogen über dem Fahrwasser 103 Meter breit. Das „reduziert die Baukosten durch geringere Spannweiten erheblich und hält trotzdem das Schifffahrtsprofil ein“, so die Studenten. Zudem beschleunige es Bauzeit und -sicherheit, neben den alten Pfeilergründungen zu bauen.

    Eine Verschiebung von Pfeilerstandorten ist laut dem von der Stadt beauftragten Rechtsgutachten möglich, wenn diese als „konstruktive Anpassung bzw. Verbesserung des Brückenbauwerks zu bewerten seien“. Der Flusspfeiler wird im Siegerentwurf lediglich um 4,5 Meter verschoben, der Pfeiler am Terrassenufer um 12 Meter. Damit gehen keinerlei verkehrliche Einschränkungen einher.

    Mit einem geringeren Pfeilerabstand ist Kraft der Physik eine konstruktive Verbesserung der Brücke möglich. Die Initiative Carolabrücke fordert einen Entwurf mit den statischen Vorteilen, die nur eine echte Bogenbrücke hat: Belastbarkeit, Langlebigkeit, Wirtschaftlichkeit. Von der lebensgefährlich eingestürzten Carolabrücke muss endgültig Abschied genommen werden.

    Die dritte Carolabrücke sollte sich nicht nur konstruktiv an den bewährten Nachbarbrücken orientieren, welche zuverlässig ihren Dienst tun. Die Bogenbrücken bereichern auch das historische Stadtbild, das für Wirtschaftskraft und Kultur Dresdens essenziell ist. Deshalb fordert die Initiative Carolabrücke die Integration von Gestaltungen der ersten Carolabrücke, die im Gegensatz zur zweiten Brücke als Sehenswürdigkeit galt. Der gemeinnützige Verein bietet an, historische Gestaltungselemente spendenfinanziert und in Etappen zu ergänzen. Die Entwürfe sollten solche Ergänzungen ermöglichen und damit bürgerschaftlichem Engagement und dem Wunsch vieler Dresdner/innen entgegenkommen.

    Visualisierung: Initiative Carolabrücke mit Genehmigung des Entwurfsteams von „Plan C“, Hans Bolz, Marc Lilienthal, Ferdinand Schulte zu Sodingen, Linus Witzel

    Die Visualisierung zeigt die Siegerbrücke des studentischen Wettbewerbes von TU Dresden und Stadt Dresden. Grundlage war ein aktuelles Foto, auf dem das Fahrwasser durch Bojen gut zu erkennen ist. Auch der Standort des alten Pfeilers und die kleine Verschiebung ist zu sehen. Der neue Pfeiler am Terrassenufer ist an die Uferkante herangerückt. Die verringerte Spannweite reduziert Materialeinsatz, Baurisiken und Verschleiß.

    Fotos: Initiative Carolabrücke. Die Fotos zeigen die Friedrichs- und Monbijoubrücke im Berliner Zentrum. Beide wurden vom Ingenieurbüro Grassl realisiert, das einen der vier Entwürfe für die Dresdner Carolabrücke in den Wettbewerb schicken wird. Die Berliner Brücken sollten der Dresdner Carolabrücke als Vorbild dienen. Wie auch die Carolabrücke wurden beide Berliner Brücken vor Kriegsende von der Wehrmacht gesprengt. Beim Neubau wurden die historische Ästhetik zitiert und historische Schmuckelemente aus Sandstein integriert. Die neuen Brücken haben breitere Durchfahrten als ihre Vorgänger.

  • Pressemitteilung: Planungsrechtliche Stellungnahme zum historisierenden Wiederaufbau

    Dresden, 15.09.2025

    Mit dem Beginn der Ausschreibung der Planung der neuen Carolabrücke rückt der Wiederaufbau in greifbare Nähe. In diesem Zusammenhang hat die Initiative Carolabrücke ein Konzept erarbeitet und geprüft, inwiefern eine historisierende Variante im Rahmen des Planungswettbewerbs realisierbar wäre.

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    Als Grundlage hat die Initiative in ausgedehnter Öffentlichkeitsarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern der Stadt gemeinsam versucht, einen Entwurf zu entwickeln, der sowohl die Bauweise der historischen Königin-Carola-Brücke aufgreift, als auch in seiner Gestalt den Anforderungen der Zukunft und des anstehenden Planungswettbewerbes gerecht werden kann. Im Ergebnis entstand eine Bogenbrücke auf Basis der historischen Brücke, deren Pfeilerstandorte ausschließlich denen der 1971 gebauten Carolabrücke entsprechen und somit in der Mitte eine Spannweite von 120 m aufweist.

    Im Auftrag der Initiative führte der Dresdner Architekt Dipl.-Ing. Philipp Hänicke eine planungsrechtliche Stellungnahme auf Basis des Rechtsgutachtens der Kanzler Redeker, Sellner und Dahs vom April 2025 durch. In seiner Betrachtung wurde festgestellt, dass laut Gutachten nach der Rechtsprechung zum Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und der Gesetzesbegründung zum Bundesfernstraßengesetz (FStrG) ohne Kapazitätserhöhung des Verkehrsweges keine Erheblichkeit der baulichen Änderung und somit keine Planfeststellungspflicht besteht. Nur nach enger Auslegung des §17 FStrG wäre eine Planfeststellungspflicht begründbar; diese würde aber nur von Gerichten nach Klagen verhängt werden. Das Risiko von Klagen ist generell als sehr niedrig einzuschätzen, da selbst bei Beantragung eines Plangenehmigungsverfahrens nur das Benehmen mit den direkten Betroffenen hergestellt werden müsste.

    Sollte zudem die Stadt entscheiden, die Bundesstraße B170 an die Westseite Dresdens zu verlegen, sodass diese bei dem Ersatzneubau der Carolabrücke keine Rolle mehr spielt, so entfallen die Anforderungen nach FStrG. Maßgeblich sollte dann die Rechtsprechung nach BImSchG sein, sodass davon auszugehen ist, dass dann der Ersatzneubau in historisierender Variante ohne Kapazitätserhöhung planfeststellungsfrei sein sollte.

    Im Ergebnis der Stellungnahme wird in jedem Fall „ein Ersatzneubau in Form eines Entwurfs ähnlich der vorliegenden Visualisierung in historisierender Bauweise als grundsätzlich planfeststellungsfrei eingeschätzt.“

    Die Initiative Carolabrücke erwartet, dass die Stadt den in von 26.000 Unterstützern unterzeichneten Petitionen gezeigten Willen der Stadtgesellschaft in den Planungsprozess mit einbindet. Da nachweislich ein historisierender Entwurf planfeststellungsfrei möglich ist, fordert die Initiative, dass mindestens einer der vier einzureichenden Entwürfe als historisch angelehnte Bogenbrücke realisiert wird, um der Stadt und der Bürgerschaft im Rahmen der demokratischen Teilhabe eine freie Entscheidung über das Aussehen der neuen Carolabrücke zu ermöglichen.

  • Pressemitteilung: Wir haben nachgefragt – Stellungnahmen von vier Fraktionen im Bauausschuss

    Dresden, 18.06.2025

    Allen Stadträten im Bauausschuss haben wir im Juli 2025 fünf Fragen mit Bitte um eine kurze Antwort gestellt. Folgende Antworten haben wir erhalten (hier in der Reihenfolge, in der sie uns erreichten). Das Spektrum unterschiedlicher Ansichten kommt darin gut zum Ausdruck!

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    PVP-Fraktion (Piratenpartei, Volt, Die Partei)

    Was sind Ihre Top-3-Prioritäten für den Neubau der Carolabrücke?

    • echte Bürgerbeteiligung
    • Variantenvergleich
    • eine wirklich schöne und zukunftsfähige neue Brücke

    (Wie) darf die Bevölkerung über die Gestaltung mitentscheiden?

    So wie das bislang geplant ist, so gut wie gar nicht. Eine Vorfestlegung auf „Ersatzneubau“ und „Anzahl der Spuren“ lässt so gut wie keine Spielräume mehr zu. Jegliche Versuche zur „Bürgerbeteiligung“ verkommen dann zur Farce.

    Wird es Auswahlmöglichkeiten mit historischer Ästhetik geben?

    Nach unserem Ersetzungsantrag: ja, natürlich!

    Welches Jahr streben Sie für die Einweihung an?

    Die Brücke steht 100 Jahre im Herzen der Stadt und bestimmt maßgeblich den verkehrlichen, ökologischen, sozialen und stadtbildnerischen Raum (weit über die Grenzen der eigentliche Brücke hinaus: z. B. St. Petersburger/Albertstraße). Wir sollten nicht trödeln, aber auch keine Schnellschüsse machen. Ich denke, 2032 kann eine neue Brücke eröffnet werden.

    Was möchten Sie für den Stadtraum an der St. Petersburger Straße erreichen?

    Die Heilung der „Stadtwunde“ St. Petersburger Straße ist eines der wichtigsten Projekte in Dresden für die kommenden 15 Jahre. Hier kann ein wunderschöner neuer Stadtraum entstehen, der ökologisch, verkehrlich, städtebaulich, wohnungstechnisch und auch wirtschaftlich Maßstäbe setzen kann. Daher ist es ja gerade eine der Schlüsselfragen für die Entwicklungsperspektiven der St. Petersburger, dass jetzt kein „Schnellschuss-Carola“ ebendiese Perspektiven auf Jahrzehnte zunichte macht.

    Alternative für Deutschland (AfD)

    Was sind Ihre Top-3-Prioritäten für den Neubau der Carolabrücke?

    a.) Der Faktor Zeit: Die derzeitige Verkehrslage in unserer Stadt verursacht täglich einen enormen wirtschaftlichen Schaden. Ziel muss es deshalb sein, schnellstmöglich eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur wiederherzustellen.

    b.) Die Funktionsfähigkeit unserer Verkehrsinfrastrukur: Nachdem der Vorschlag der AfD zur Errichtung einer Interimsbrücke abgelehnt wurde, muss nun ein Brückenbauwerk errichtet werden, welches innerhalb der Rahmenbedingungen des derzeitigen Hauptverkehrsnetzes im Stande ist, die täglichen Verkehrslasten abzuwickeln und das zudem auch noch Reservekapazitäten für den Fall etwaiger Sperrungen anderer Brückenbauwerke bereit hält (bevorstehende Sanierung Marienbrücke). Es muss vermieden werden, dass es dann auf der Carolabrücke in Folge der Sperrung der Marienbrücke dann erneut zu einem Verkehrschaos und einer damit verbundenen Schädigung der städtischen Wirtschaft kommt.

    c.) Städtebau: Uns ist es wichtig, dass sich eine neue Brücke städtebaulich in das historisch geprägte Stadtbild einfügt. Prägend für die Umgebung ist die historische Altstadtsilhouette, das Terassenufer und das Königsufer (auch mit seiner zukünftigen Bebauung). Die Brücke darf nicht in Konkurrenz zu diesen prägenden Elementen unseres Stadtbildes treten und muss sich darin einfügen. Wir befürworten deshalb die weitestmögliche Verwendung von Stilelementen der historischen Carolabrücke von 1895 beim „Ersatzneubau“.

    (Wie) darf die Bevölkerung über die Gestaltung mitentscheiden?

    Wir setzen uns ausdrücklich für eine Beteiligung der Bürger ein und haben deshalb auch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr diese Beteiligung zur Voraussetzung für unsere Zustimmung gemacht. Wir wünschen uns hier ein Werkstattformat, welches analog zu dem Beteiligungsformat zum Königsufer aufgebaut ist. Die Bürger sollen eigene Ideen zur weiteren Gestaltung einbringen und auch ein Votum über die unterschiedlichen Entwürfe treffen können.

    Wird es Auswahlmöglichkeiten mit historischer Ästhetik geben?

    Wir befürworten eine Mehrfachbeauftragung von mindestens 4 Entwürfen, aus denen dann unter Berücksichtigung des Votums der Bürgerschaft eine Siegerentwurf ausgewählt und für die Realisierung weiterentwickelt werden soll.

    Welches Jahr streben Sie für die Einweihung an?

    Mit unserem Vorschlag zu einer Interimsbrücke wäre eine Nutzung der Elbquerung im Frühjahr 2026 realisierbar gewesen. Nach der Ablehnung unseres Vorschlages in der letzten Stadtratssitzung werden wir uns dennoch dafür einsetzen, dass eine schnellstmögliche Lösung unter Berücksichtigung der Bürgerbeteiligung realisiert wird. Wir müssen jedoch davon ausgehen, dass die Freigabe dieser Elbquerung nicht vor 2031 erfolgen wird.

    Was möchten Sie für den Stadtraum an der St. Petersburger Straße erreichen?

    Die Verkehrsschneise St.-Petersburger-Straße sehen wir als städtebauliches Übel, welches wir gern mit historischen Leitbauten (Bspw. Kaiserpalast) und einer städtebaulichen Entwicklung umgestalten wollen. Auch vor diesem Hintergrund hatten wir eine Interimsbrücke vorgeschlagen, um die benötigte Zeit zu gewinnen, die Hauptverkehrsachsen unserer Stadt neu zu ordnen und die derzeitige Bedeutung dieses Verkehrszugs als derzeitige Haupt- und Bundesstraße zu einer einfachen innerstädtischen Straße herabzustufen. Wenngleich unser Vorschlag keine Mehrheit gefunden hat, halten wir dennoch inhaltlich an der Umgestaltung bzw. Umverlegung der Hauptverkehrsrouten aus unserem Stadtzentrum heraus fest und unterstützen die perspektivische, städtebauliche Entwicklung dieses Areals als urbanes, innerstädtisches Gebiet.

    Team Zastrow

    Was sind Ihre Top-3-Prioritäten für den Neubau der Carolabrücke?

    • schnell bauen
    • wie bisher mit vier Kfz-Spuren bei verbesserten Bedingungen für Radfahrer bauen
    • architektonisch anspruchsvoll bauen

    (Wie) darf die Bevölkerung über die Gestaltung mitentscheiden?

    Die Entscheidung über die Brücke sollte beim Stadtrat als repräsentatives und demokratisch gewähltes Gremium liegen. Es wird aber auch ein Begleitgremium und einen Bürgerbeteiligungsprozess geben.

    Wird es Auswahlmöglichkeiten mit historischer Ästhetik geben?

    Das von den bürgerlichen Fraktionen vorgeschlagene Verfahren der Mehrfachbeauftragung zu Beginn der Planungen wird zu mehreren unterschiedlichen Gestaltungsentwürfen führen und sichert Auswahlmöglichkeiten. Explizit sind auch Entwürfe, die sich am historischem Vorbild anlehnen, möglich.

    Welches Jahr streben Sie für die Einweihung an?

    Wenn der Stadtrat dem Votum des Bauausschusses folgt, ist nach Meinung der Verwaltung und der Experten eine Eröffnung im Jahr 2031 möglich.

    Was möchten Sie für den Stadtraum an der St. Petersburger Straße erreichen?

    Die Umgestaltung des Stadtraumes hat für uns angesichts der finanziellen und der verkehrlichen Situation der Stadt und der baulichen Gegebenheiten vor Ort keine Priorität. Es gibt wichtigere Dinge, um die sich die Stadt zuvorderst kümmern muss.

    Bündnis 90/Die Grünen

    Was sind Ihre Top-3-Prioritäten für den Neubau der Carolabrücke?

    • Gute, elegante Gestaltung
    • Platz für Straßenbahn, sichere Rad- und Gehwege und zwei Autospuren
    • mehr Optionen für eine menschenfreundliche Stadtgestaltung im Umfeld

    (Wie) darf die Bevölkerung über die Gestaltung mitentscheiden?

    Begleitende Bürger*innenbeteiligung im Wettbewerbsverfahren als Entscheidungshilfe für den Stadtrat

    Wird es Auswahlmöglichkeiten mit historischer Ästhetik geben?

    Das liegt in den Händen der teilnehmenden Planungsbüros.

    Welches Jahr streben Sie für die Einweihung an?

    Wir haben leider keine Glaskugel 😉 Planung, Beteiligung, Entscheidung, Ausschreibung und Bauausführung brauchen Zeit. Wenn nichts dazwischenkommt, könnte es 2030 soweit sein. Aber meistens kommt ja was dazwischen in unserer Stadt.

    Was möchten Sie für den Stadtraum an der St. Petersburger Straße erreichen?

    Die autobahnartigen Straßen der autogerechten Stadt der 60er Jahre sollen zugunsten von Wohnbauflächen und Grünräumen mit echter Aufenthaltsqualität auf Normalmaß gebracht werden.

  • Pressemitteilung: Neues Konzept für Ersatzneubau in historischer Optik

    Dresden, 06.06.2025

    Die Initiative Carolabrücke bringt sich mit einem neuen Konzept in die Diskussion um einen Ersatzneubau ein.

    Zuletzt bescheinigte Baubürgermeister Stephan Kühn dem CDU-Vorschlag einer zweigeschossigen Brücke prinzipielle Umsetzbarkeit. Im Vergleich dazu ist eine gestalterische Anpassung an die typischen Dresdner Bogenbrücken leicht umsetzbar.

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    Mit einer Konzeptdarstellung (siehe Anhang) zeigt die Initiative Carolabrücke, wie sich auch ohne zusätzliche Strompfeiler eine historisch inspirierte Optik erzielen lässt. Dieser Vorschlag erfüllt alle Vorgaben, zum Beispiel auch jene des Denkmalschutzes.

    Baubürgermeister Kühn steht es nicht zu, den Dresdnern vorzuschreiben, was unter einer „zeitgemäßen Gestaltung“ zu verstehen sei. Wenn sich Kühns Haltung in der Vergangenheit durchgesetzt hätte, wäre Dresdens Innenstadt heute international uninteressant. Menschen aus aller Welt werden von Dresdens historischem Zentrum angezogen, das im alten Stil wiederaufgebaut wurde. Zurecht sind die meisten Dresdner stolz auf diese Leistung und engagieren sich für Architektur wie in kaum einer anderen Stadt.

    Der Bürgerrat für die Stadt Dresden hat im Mai gefordert, dass die Dresdner über „das Aussehen der Brücke mitbestimmen können“. Dieser repräsentativ aus 50 Dresdner Menschen zusammengesetzte Rat hat ein Jahr lang Empfehlungen an die Politik ausgearbeitet. Unter dem Motto „Friedensstadt Dresden“ heißt es, die „demokratische Aushandlung und Identifikation mit dem städtischen Bau“ sei wichtig für ein friedliches Zusammenleben.

    Dem schließt sich die Initiative Carolabrücke an und fordert die Stadt Dresden auf:

    • die Planungsbüros zu verpflichten, je zwei Gestaltungsvarianten zu entwerfen: darunter eine, die sich an die Ästhetik der originalen Carolabrücke von 1895 anlehnt
    • das Wettbewerbsverfahren mit weitreichenden Einflussrechten des Stadtrates und unter Bürgerbeteiligung abzuhalten 

    Das eindeutige Stimmungsbild zugunsten einer historischen Gestaltung, das in Petitionen und Umfragen zum Ausdruck kam, darf die Stadtverwaltung nicht – wie schon so oft – ignorieren.

    Unabhängig vom vorgelegten Konzept, das sich an den bisherigen Pfeilerstandorten orientiert, tritt die Initiative weiterhin für eine statisch sichere Bogenbrücke ein. Eine Spannweite von 120 Metern bleibt angesichts der Vorgaben – schmale Gestalt mit untenliegendem Tragwerk, hoher Lasteneintrag – auch mit heutigen Materialien riskant. Physik lässt sich nicht austricksen, wie der Brückeneinsturz eindrucksvoll gezeigt hat. Auch viele andere Spannbetonbrücken sind marode, eingestürzt ist jedoch die Carolabrücke. Daraus müssen wir lernen und uns auf die konkurrenzlosen Vorteile einer robusten Bogenbrücke besinnen.

    Rechtlich ist das möglich. 

    Um nach dem Abriss die eingestürzte Brücke nachbauen zu können, hat die Stadtverwaltung eine Sondergenehmigung für einen neuen Strompfeiler beantragt. Diese wurde als „individuelle Lösung“ erteilt, und zwar „abweichend vom Erlass“, der eigentlich Ausbauziele ohne Strompfeiler vorsieht. Beim Bundesverkehrsministerium (BMDV) und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSV) hat man sich auch mit einer historisch orientierten Brücke beschäftigt. Das WSV schreibt dazu: „Sollte die Stadt Dresden hier eine Änderung wünschen, so müssten Sie dies direkt beim BMDV erwirken“. Dorthin hat die Initiative Carolabrücke sich gewandt. Von der zuständigen Referentin für Bundeswasserstraßen erhielt sie die Auskunft, dass „außerhalb des Fahrwassers eine Anpassung der Carolabrücke an das historische Vorbild aus strom- und schifffahrtspolizeilicher Sicht zustimmungsfähig“ sein kann. Die Bögen der ersten Carolabrücke vertragen sich mit der Breite des heutigen Fahrwassers (60 Meter).

    Die Initiative Carolabrücke geht davon aus, dass der Weg einer Genehmigung als Ersatzneubau scheitern wird. Die eingestürzte Brücke genügt in keinem Aspekt heutigen Anforderungen an Statik, Verkehrsführung und Städtebau. Die Vielzahl notwendiger Anpassungen ist so zahlreich, dass ein Neubau eine erhebliche bauliche Veränderung bedeutet. Daher wird ein Planfeststellungsverfahren unausweichlich sein.

  • Pressemitteilung: Stadtverwaltung verspielt Glaubwürdigkeit

    Dresden, 01.05.2025

    Bei der Bauausschuss-Sitzung am Mittwoch wurde deutlich, wie Baubürgermeister Stefan Kühn über Monate hinweg Stadträten und Öffentlichkeit die Unwahrheit gesagt hat.

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    Der von der Verwaltung selbst beauftragte Jurist Dr. Fellenberg stellte im Beisein Kühns klar, dass für eine Behelfsbrücke kein Planfeststellungsverfahren notwendig ist. Das hatte Stefan Kühn immer wieder vor dem Bauausschuss behauptet und damit die Angst vor einer langen Wartezeit geschürt. Statt einer Richtigstellung wurde in der anschließenden Präsentation erneut behauptet, eine Behelfsbrücke könne erst „in 2 bis 3 Jahren in Betrieb gehen“. Wie kommt man auf diese Fantasie-Angabe? Zum Vergleich: In Bad Schandau war eine Inbetriebnahme der beiden Hilfsbrücken nach rund einem Jahr geplant: Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit zusammengerechnet. Dabei war dort sogar eine Zulassung für Flusspfeiler in der Elbe inbegriffen, da man das S-Brücken-System wählte, welches aller 80 Meter einen Pfeiler benötigt.

    Der Initiative Carolabrücke wurden interne Emails zugespielt, die belegen, dass der Verwaltung bereits im Oktober 2024 detaillierte Planungen einer Behelfsbrücke vorlagen und sie über den Ablauf einer Realisierung genau informiert wurde. Eine Inbetriebnahme wurde für Dezember 2025 in Aussicht gestellt, die Nutzungsdauer mit fünf Jahren angegeben. Die Verwaltungsspitze hat dieses qualifizierte Angebot jedoch ignoriert.

    Der Bauausschuss wurde, trotz stetiger Nachfragen der Stadträte, nicht informiert. Stattdessen sprach Stefan Kühn stets nur davon, dass Anfragen bei Bundeswehr und THW keine Verfügbarkeit von Hilfsbrücken ergeben hätten. Er konnte nicht nur wissen, sondern er wusste auch, dass diese nicht die richtigen Ansprechpartner für solch ein Anliegen sind.

    Auch nach Vorliegen einer weiteren Hilfsbrücken-Planung auf Veranlassung der Initiative Carolabrücke blieb die Stadtverwaltung untätig.

    Neben der verkehrlichen Bedeutung einer Hilfsbrücke kann diese auch die Fernwärme aufnehmen. Die provisorische Verlegung auf der Augustusbrücke hat SachsenEnergie 3,1 Millionen Euro gekostet. Nun wird überlegt, diesen untragbaren Zustand mindestens ein halbes Jahrzehnt zu dulden, bis die Carolabrücke wieder steht, oder einen Düker für über 30 Millionen Euro unter der Elbe zu verlegen. Deutlich kostengünstiger: 3 Millionen Euro für die Umverlegung auf eine ohnehin notwendige Hilfsbrücke und später 10 Millionen für den Einbau in die Carolabrücke. Doch für eine Hilfsbrücke, die in dutzenden Städten selbstverständlich ist, gibt es in Dresden offenbar Denkverbote.

    Bad Schandau hat das Glück, seine alte Elbbrücke nun doch wieder in Betrieb nehmen zu können. Jetzt heißt es, keine weitere Zeit zu vertrödeln, sondern unverzüglich beim Land Sachsen Bedarf für die freiwerdenden Mittel anzumelden. In Dresden querten fünfmal mehr KfZ die Elbe als in Bad Schandau, dazu kamen Straßenbahn und Fernwärme. Seit dem Einsturz summieren sich die zusätzlichen Fahrtwege laut Stadtverwaltung auf über tausend Stunden pro Tag. Wer stockenden Wirtschaftsverkehr beklagt, macht sich völlig unglaubwürdig, wenn gleichzeitig eine Hilfsbrücke blockiert wird. Auch die DVB sind langsamer und unfallgefährdeter geworden. Fußgänger drängen sich auf der Augustusbrücke mit mehr Radlern und der Fernwärme. Nicht zuletzt haben das Image Dresdens und der Stolz der Dresdner auf ihre Stadt gelitten. So soll es noch mindestens fünf Jahre weitergehen?

    Stadträtin Susanne Krause sprach davon, dass es „Vertrauen zerstört, was die Zusammenarbeit des Rates mit städtischen Unternehmen und der Stadtverwaltung angeht“, wenn Aussagen nach einigen Monaten ins Gegenteil verkehrt werden. Sie sagte dies in Bezug auf die Fernwärme, doch auch bei Abriss, Hilfsbrücke oder Neubau: die Aussagen der Stadtverwaltung sind nicht mehr glaubwürdig.

  • Pressemitteilung: Planungen für Dresdner Hilfsbrücke liegen vor

    Dresden, 21.03.2025

    Das auf Systembrücken spezialisierte Unternehmen SYSTEC hat auf Veranlassung der Initiative Carolabrücke Vorplanungen für eine Dresdner Hilfsbrücke vorgelegt. Diese mit Abstand schnellste und günstigste Brückenlösung ist auch mit Blick auf die angespannten Haushaltsverhandlungen ein interessanter Lösungsvorschlag. 

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    Vorgeschlagen wird eine Systembrücke für Straßenbahn, PKW- und LKW-Verkehr sowie Fuß- und Radwege. Hierfür eignet sich ausschließlich das SKB-System, welches die Firma SYSTEC im Auftrag der Deutschen Bahn entwickelt hat und betreut. Dieses Unternehmen wurde für Dresden bisher nur von der Initiative Carolabrücke angefragt. 

    Die Besonderheit von SKB-Brücken ist nicht nur die Eignung für große Lasten, sondern auch die Spannweite von bis zu 120 Metern. Sie kann die Elbe also ohne zusätzliche Pfeiler überspannen.

    Prof. Reinhard Koettnitz und Prof. Steffen Marx wurden am Mittwoch in der Sächsischen Zeitung zitiert, unter welchen Voraussetzungen eine schnelle Genehmigung möglich ist. Demnach wäre eine Stahlverbundbrücke ohne zusätzliche Pfeiler in einem halben Jahr genehmigungsfähig. Arne Huhn, in der Berliner Senatsverwaltung für die Elsenbrücke zuständig, bestätigte der Initiative Carolabrücke: „Für die Errichtung der Behelfsbrücke war kein gesondertes Planrechtsverfahren erforderlich, da keine wesentliche Änderung der bestehenden Verkehrsanlage vorgenommen werden musste.“ Die Berliner Elsenbrücke ist dem Dresdner Problem sehr ähnlich. 2018 mussten die dortigen Brückenstränge gesperrt werden, da Spannungsrisskorrosion im Hennigsdorfer Spannstahl festgestellt wurde. Senatorin Bettina Jarasch sagte zur Einweihung der binnen 15 Monaten geplanten und gebauten Hilfsbrücke: „Es war eine kluge und vorausschauende Entscheidung, die Behelfsbrücke schon parallel zu den Abrissarbeiten zu beauftragen und herstellen zu lassen. Nur so konnte monatelanges Verkehrschaos auf beiden Seiten der Spree vermieden werden, nachdem auch der westliche Brückenteil aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste.“

    Der Ersatzneubau der Elsenbrücke soll 2028, also nach 10 Jahren, abgeschlossen sein. Das zeigt, dass auch ein einfacher Ersatzneubau ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen kann.

    Dass sie die Elbquerung jedoch möglichst schnell benötigen, hatten zuletzt einige Dresdner Wirtschaftsverbände deutlich gemacht. Eine Systembrücke erspart gegenüber einem Ersatzneubau mindestens drei bis vier Jahre ohne Verkehrsfreigabe. Der volkswirtschaftliche Nutzen amortisiert die Baukosten bei weitem. Zudem können sich die Wirtschaftsverbände mit einer Spendenaktion an den Errichtungskosten einer Hilfsbrücke beteiligen.

    Die Behelfs-Elsenbrücke in Berlin hat 18 Millionen Euro gekostet. Davon hat die Stadt Berlin nur 10% tragen müssen, die restlichen 90% wurden durch GRW-Mittel gefördert. Auch Dresden ist GRW-Fördergebiet.

    Als Vorbild für eine SKB-Systembrücke mit kombinierter Straßenbahn-Kraftverkehr-Nutzung kann die Lange Brücke in Berlin-Köpenick dienen. Für Nutzungen ohne Straßenbahn kommt alternativ das System „S-Brücke“ infrage, das vom Bundesverkehrsministerium verliehen wird. In Bad Schandau wird man für den Bau der Hilfsbrücke voraussichtlich auf dieses System zurückgreifen und noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen.

    THW und Bundeswehr, die von der Dresdner Stadtverwaltung zum Bau einer Hilfsbrücke angefragt wurden, sind hierfür der falsche Ansprechpartner. Daher fordern wir, dass sich die Verwaltung mit Akteuren, die Behelfsbrücken für zahlreiche Städte und Situationen realisiert haben, in Verbindung setzt und eine solche Lösung für Dresden ernsthaft prüft.

    Die schwierigen Haushaltsverhandlungen zeigen: eine Systembrücke ist die einzige Brücke, die sich Dresden zur Zeit leisten kann. Sie ist zudem die schnellste Variante.

    Auch langfristig lohnt sich eine Überbrückungslösung. Während der Standzeit einer Hilfsbrücke kann die Carolabrücke bedarfsgerecht und unter demokratischer Beteiligung geplant, finanziert und gebaut werden. Eine Brücke, die Dresdens Stadtbild mindestens die nächsten 150 Jahre prägen soll, muss weitsichtig konzipiert werden. Die Carolabrücke hat nicht nur verkehrliche Bedeutung, sondern ist auch wichtiger Baustein der Kulturstadt Dresden und ihre Gestaltung wesentlich für das Schicksal der östlichen Innenstadt.

    Anbei finden Sie Visualisierungen der Firma Systec für Dresden, welche verwendet werden dürfen. Die Quellenangabe muss dabei vollständig im Bild verbleiben.